Live vom historischen Dampf-Eisbrecher 

 

"STETTIN":

 

Cuxhaven-Büsum - 27./28. Juni `23 

Open-Ship + Büsumer Kutterregatta-Tage - 17. bis 23. Juli `23

Büsum-Cuxhaven - 24. Juli `23 

Cuxhaven-Hamburg - 25.Juli `23

Ein Bordtagebuch von Sylvia Karasch - Teil 2



 

BORDTAGEBUCH "STETTIN"/Teil 2 - Open-Ship-Tage in Büsum - 17. bis 21.Juli `23

 

 

Gut drei Wochen sind seit der Überfahrt der STETTIN von Cuxhaven nach Büsum vergangen

(siehe BORDTAGEBUCH -TEIL 1).

Jetzt startet die Open-Ship-Zeit vom 17. bis 21. Juli `23 - vier Tage Publikumsaktionen bei "liegend" Schiff, ohne jegliche Gästefahrten. Bei kostenlosem Eintritt mit Führungen vom Maschinenraum bis zur Brücke! Täglich von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr kommen BesucherInnen an Bord, um sich den historischen Dampf-Eisbrecher aus dem Jahre 1933 mal hautnah anzuschauen -  Einheimische, Privatleute, Geschäftsleute, Urlauber, Freunde historischer Seefahrt von nah und fern.

Was es dabei an der Bord der STETTIN sonst noch so alles zu sehen und zu erleben gibt, zeigt  das BORDTAGEBUCH Teil 2 - zusammengestellt und geschrieben von Sylvia Karasch, die die Open-Ship-Tage begleitet hat: 

 

Die STETTIN an ihrem Liegeplatz im vorderen Büsumer Vorhafen

Begegnungen mit Crewmitgliedern

Rund 700 Mitglieder zählt der Verein Dampf-Eisbrecher STETTIN e.V., die mit ihren Mitgliedsbeiträgen und ehrenamtlichen Einsätzen an Bord für den Erhalt des historischen Dampf-Eisbrechers sorgen. Allerdings sind nur rund 100 Mitglieder aktiv an Bord - Frauen und Männer aller Altersklassen aus den verschiedensten Berufen, vom Wohnsitz her "verstreut" in ganz Deutschland (und auch im Ausland!), die immer dann anreisen, wenn es ihre Alltagpflichten erlauben. So trifft man auf der STETTIN in der Regel immer wieder andere Crewmitglieder aus den Einsatzbereichen Nautik, Deck, Service, Heizer und Maschine, die aber eines gemeinsam haben: die Leidenschaft zur Seefahrt und die Liebe zur Stettin! So auch an den Open-Ship-Tagen in Büsum:


Als Bootsmann ist in Büsum Jörg aus Thüringen (links im Foto linksim Einsatz, hier an der Reling mit Maibrid und Dierk aus der Servicecrew. Für die Deckscrew ist er der Heuerbaas und teilt Einsatztermine, - zeiten und Arbeitsaufgaben ein, sorgt so dafür, dass an Deck alles gut und sicher abläuft, ganz gleich, zu welcher Tages- oder Nachtzeit und bei welchem Wetter. Zu diesem Törn hat er Ehefrau Carina (nicht im Bild) und Enkelin Mia (9) mitgebracht, die in ihren Ferien die aufregende Zeit auf dem Schiff genießen darf.

Verwalter Manfred aus Lüneburg (links im Bild rechts) ist seit mehr als 30 Jahren regelmäßig an Bord, und zwar "rund 250 Tage im Jahr...", wie er erzählt. Mit den Decksleuten Heino (Mitte) und Dagmar bespricht er kurz zwischendurch, was gerade anliegt auf der STETTIN. 


Dagmar ist neu in der Crew und hat aktuell die Aufgabe, Messing zu putzen. Sie arbeitet im Friedrichstadt-Palast/Berlin in der Maske und war 30 Jahre lang Bühnentänzerin in berühmten Show-Programmen. Ihre eleganten Bewegungen zeugen noch heute davon ...

In der fast noch im Originalzustand befindlichen Messe deckt Servicemann Norbert (aus dem Raum München) für die Mahlzeiten der Crew ein. An insgesamt vier Tischen haben 25 Crewmitglieder Platz. Wenn an Bord das interne Kommando "Bescheid" ertönt, wird hier mit großem Appetit alles verspeist, was in der Kombüse gezaubert wurde. 

Auf der Brücke hat Kapitän Ulrich Birstein das Kommando. Wenn Zeit ist und nicht gerade schwierige Manöver gefahren werden müssen, dürfen sich interessierte Gäste gern auch hier aufhalten und sich die sowohl historischen als auch hochmodernen nautischen Instrumente anschauen. Erlebenswert: der Blick aus den restaurierten den Brückenfenstern!



Unter Deck der STETTIN sind die Heizer am Werke. Jan ist eines der jüngsten Crewmitglieder an Bord. Im Gespräch mit der Schreiberin dieses Bordbuches erzählt er, dass ihn schon im Alter von sechs Jahren die Leidenschaft für Dampfmaschinen und Flugzeuge gepackt hat. Inzwischen ist er gerade volljährig geworden, hat sein Abitur gemacht und den Flugschein. "Das Gefühl, in der Hitze der Heizkammer Kohlen zu schaufeln und das Feuer zu schüren, ist für mich das Allergrößte", schwärmt er. Und kommt so oft wie möglich an Bord, um diesem seinem allerliebsten Hobby nachzugehen ...


Heizerin Hannah zählt mit ihren 23 Jahren ebenfalls zu den jüngsten Crewmitgliedern an Bord. Im Foto links sieht man sie nach Feierabend auf dem Bootsdecke, rechts bei der Arbeit. Die Freude daran steht ihr ins Gesicht geschrieben. Im Gespräch auf der Bank neben dem Tresen Backbordseite erzählt sie, dass sie im "richtigen" Leben studiert und wie sie zu ihrem ehrenamtlichen Traumjob auf der STETTIN gekommen ist. Vielleicht eine Idee für andere junge Leute, die gern mal ein Stück historische Seefahrt leben möchten?

 

Schiffs-Besichtigungen mit Gästeführer Dierk

Open-Ship-Tage auf der STETTIN in Büsum - Crewmitglied Dierk, stellvertretender Verwalter und ansonsten überall im Einsatz, wo Not am Mann ist, begrüßt interessierte Gäste schon an der Gangway, begleitet sie über die Decks, in die Messe, auf Wunsch auch in Maschinenraum und Heizkammer: Familien (siehe Foto unten links), Paare, (Betriebs)Ausflügler, Cliquen, ganz gleich welcher Altersgruppen. Professionell, spannend und individuell erzählt er während seiner Schiffs-Führungen die Geschichte der STETTIN! Macht auf Wunsch auch gern mal einen Abstecher zu besonders interessanten nautischen Instrumenten wie dem Ruder auf der Brücke (siehe Foto unten rechts). Oder hält nach Terminabsprache Einzelvorträge für Schiffsliebhaber, die den Werdegang der STETTIN von Baujahr 1933 bis heute ganz genau und lückenlos verfolgen möchten.

Großartig, Dierk! Es bringt Spaß, dir zuzuhören!

 


 

Sonder-Service für die Gäste der STETTIN: der Shuttle vom Zentrum Büsum zum Schiff

Ein eigens für die Open-Ship-Tage in Kooperation mit dem Wissenschaftsmuseum Phänomania eingerichteter (kostenloser) Shuttle sorgt dafür, dass die Gäste trotz des abgelegenen Liegeplatzes der STETTIN - der Vorhafen in Büsum - bequem an Bord und wieder zurück kommen. Phänomania-Chef Ralf Lanfersiek kommt mit Ehefrau Hildegard (unten links im Bild im Gespräch mit Sylvia Karasch) gelegentlich auch gern auf einen Sprung an Bord, um sich nach der Arbeit - in der Saison rund 700 Gäste und mehr pro Tag - ein bisschen den Wind um die Nase wehen zu lassen. Wer das Ehepaar trifft, bekommt auf Wunsch gern sofort jede Menge Infos und News zu den Attraktionen im Wissenschaftsmuseum. So eingestimmt, fährt man mit dem Shuttle-Bus nach der Besichtigung der STETTIN vielleicht direkt ins Phänomania. Auch ein Erlebnis ganz besonderer Art ...


 

Verhol-Manöver zum neuen Liegeplatz

Ein Besuch auf der STETTIN "lebt" natürlich von allem, was an Bord so zum Alltag gehört. So kommen die Besucher noch einmal besonders auf ihre Kosten, als das Schiff zum Ende der Open-Ship-Tage verholt, das heißt, an einen anderen Liegeplatz im Vorhafen verbracht wird. Im Foto links sieht man das Ablegen am alten Liegeplatz, im Foto rechts das Anlegen am neuen.


 

Ein Kurzbesuch vom Seenot-Retter THEODOR STORM

Mindestens ebenso interessant wie das Verholen der STETTIN ist der Kurzbesuch des Seenot-Rettungskreuzers THEODOR STORM: um die Flut zum Durchfahren der Schleuse abzuwarten, legt sich das rot-weiße Rettungsboot backbords an die STETTIN, Vormann Fabian Urrmann (siehe Foto rechts unten) kommt an Bord und hält einen kleinen Klönschnack unter "Kollegen" - mit Maibrid von der STETTIN-Crew. Kameradschaft und Zusammenhalt sind wichtige Elemente in der Seefahrt ...


 

Auch das STETTIN-Schwesterschiff WAL kommt nach Büsum ...!

 

Am 4. Tag der  STETTIN-Open-Ship-Zeit läuft auch das Schwesterschiff WAL im Büsumer Hafen ein, wird freudig begrüßt mit Dampfpfeife und Dampfheuler und grüßt genau so freudig zurück! Der Hamburger Stadtmaler und CHronist Ralf Schwinge greift das Motiv sofort auf und bannt das Einlaufen der WAL auf Leinwand (siehe weiter unten). Fotografin Sythana Karsch macht zudem einige Aufnahmen von der WAL an ihrem Liegeplatz:


 

Die WAL wurde 1938 gebaut, ist also fünf Jahre "jünger" als die STETTIN. Rumpf und Aufbauten ähneln der STETTIN. Dabei Wirkt die WAL aber im Gesamtbild mit 49,96 m Länge und 12,34 m Breite etwas schlanker und zierlicher.


 

Heimathafen der WAL ist Bremerhaven. Auch hier finden zu bestimmten Zeiten Open-Ship-Tage statt. Und: auf der WAL sind Gästefahrten mit Übernachtung buchbar! Vielleicht mal eine Idee für den nächsten Urlaub?

 


Wer Lust und Zeit hat, sich die WAL einmal näher anzuschauen, ist hier an Bord genauso herzlich willkommen wie auf der STETTIN! Termine und zahlreiche weitere Informationen sind auf der Website der WAL zu finden.

 

Live-Malen an Bord mit dem Hamburger Künstler Ralf Schwinge

Ein besonderes Ereignis auf der STETTIN während der Open-Ship-Tage: der Besuch des Hamburger Chronisten und Stadtmalers Ralf Schwinge! Mit Palette und Staffelei. Bereit zum Live-Malen besonderer Motive rund um die STETTIN. Im Interview (vor leider etwas unruhigem Hintergrund) erzählt er, warum er sich so wohlfühlt an Bord. Dann macht er sich an die Arbeit. Bestaunt von wechselnden Zuschauern. Zaubert im Handumdrehen das vor seinen Augen einlaufende Schwesterschiff der STETTIN, die WAL, auf die Leinwand. Dann den Seenot-Rettungskreuzer THEODOR STORM. Noch einmal die STETTIN in voller Schönheit. Und, und, und ... einige Bilder werden ihm sofort abgekauft, quasi noch nicht einmal ganz trocken aus den Händen gerissen. (im positiven Sinne!)  Andere stellt er der STETTIN zum Verkauf zur Verfügung, der Erlös soll in den Spendentopf der STETTIN fließen. DANKE, Ralf Schwinge! Es war mal wieder ein toller künstlerischer Tag mit dir!

 


 

Einige Originale des Künstlers Ralf Schwinge - live gemalt an Bord der STETTIN in Büsum - zeigt die nachstehende Galerie. Preise auf Anfrage sowie weitere Motive und Informationen zu den vielfältigen Arbeiten des Stadtmalers unter INTO-ART. 

 

 

Mit diesem besonderen Event während der Open-ShipTage und dem fröhlichen Foto vom Bordleben mit dem Künstler Ralf Schwinge endet Teil 2 des Bordtagebuchs.

 

 

Von links: Jürgen Karsch, Maibrid Bauer, Sylvia Karasch, Ralf Schwinge, Juliane Kremser

In Teil 3 werden in Kürze u.a. diverse Besucher der STETTIN während der Open-Ship-Tage vorgestellt, ein simulierter Helikopter-Rettungseinsatz, Auslaufen Richtung Nordsee zum Korso der Traditionsschiffe u.v.m. Bis dann ...

Mit einem herzlichen "Moin" verabschiedet sich für heute -

Ihre Sylvia Karasch


Logo:  Dampf-Eisbrecher STETTIN e.V., Hamburg

Videos: Christoph Seemann, Maibrid Bauer, Sylvia Karasch, Wolfgang Gädicke

Fotos: Sylvia Karasch, Sythana Karsch, Christoph Seemann

Layout und Text: Sylvia Karasch

Nautische Beratung: Wolfgang Gädicke